Gastbeitrag von André Schürholz
Extreme Wetterereignisse nehmen spürbar zu. Starkregen, Überschwemmungen und Sturmfluten sorgen jedes Jahr für Milliardenschäden – und längst sind nicht mehr nur klassische Hochwassergebiete betroffen. Viele Hausbesitzer verlassen sich in solchen Situationen auf ihre Wohngebäudeversicherung sowie Hausratversicherung. Doch was viele nicht wissen: Schäden durch Naturgewalten sind oft nur eingeschränkt abgesichert. Genau deshalb gewinnt die sogenannte Elementarversicherung immer mehr an Bedeutung.
Eine Elementarversicherung erweitert den Schutz der Wohngebäude- oder Hausratversicherung um Naturgefahren wie Überschwemmungen, Rückstau, Erdrutsche oder Schneedruck. Besonders relevant ist dabei die Absicherung gegen Überschwemmungen. Schon kurze, intensive Regenfälle können dazu führen, dass Wasser Keller, Erdgeschosse oder Garagen flutet und hohe Schäden verursacht.
Allerdings gibt es bei einigen Naturereignissen wichtige Besonderheiten im Versicherungsschutz. Viele Versicherer schließen Schäden aus, deren Ursache eine Sturmflut oder eine Ausuferung von Nord- und Ostsee ist. Eine Sturmflut entsteht, wenn starker Wind das Meerwasser gegen die Küste drückt und der Wasserstand außergewöhnlich ansteigt. Kommt es dadurch zu Überschwemmungen, greifen viele Elementarversicherungen nicht automatisch.
Besonders in Küstenregionen ist das ein entscheidender Punkt. Denn selbst wenn ein Gebäude gegen Überschwemmung versichert ist, bedeutet das nicht automatisch, dass auch Schäden durch Meereshochwasser übernommen werden. Vor allem ausgedehnte Naturkatastrophen durch außergewöhnlich hohe Wasserstände gelten für Versicherer als schwer kalkulierbare Großschäden. Deshalb finden sich in vielen Policen ausdrückliche Ausschlüsse für Sturmfluten oder das sogenannte Meereshochwasser.
Für Versicherte ist das oft überraschend. Der Begriff „Überschwemmung“ klingt umfassend, tatsächlich unterscheiden Versicherer jedoch sehr genau nach Ursache und Herkunft des Wassers. Überschwemmungen durch Starkregen oder übertretende Flüsse sind häufig versichert, Überschwemmungen durch Nord- oder Ostsee dagegen oftmals nicht oder nur mit besonderen Zusatzvereinbarungen.
Umso wichtiger ist eine sorgfältige Prüfung der Vertragsbedingungen. Gerade Immobilienbesitzer in Küsten- oder hochwassergefährdeten Regionen sollten genau darauf achten, welche Naturgefahren tatsächlich abgesichert sind. Entscheidend ist nicht allein der Beitrag, sondern vor allem die Qualität des Versicherungsschutzes im Ernstfall.
Naturgewalten lassen sich nicht verhindern. Die finanziellen Folgen jedoch häufig schon. Wer seinen Versicherungsschutz frühzeitig überprüft und mögliche Lücken schließt, schützt nicht nur sein Eigentum, sondern auch seine langfristige finanzielle Sicherheit.













