Gastbeitrag von André Schürholz

Warum eine Haftpflichtversicherung beim Skifahren in Italien Pflicht ist

Seit dem 1. Januar 2022 besteht in Italien (inklusive Südtirol) eine gesetzliche Pflicht für Wintersportler: Skifahrer, Snowboarder und ähnliche Nutzer von Skipisten müssen über eine private Haftpflichtversicherung verfügen.

Ziel dieser Regelung ist klar: Wintersport birgt ein erhöhtes Unfallrisiko. Wer auf der Piste unterwegs ist, kann andere Personen verletzen oder fremdes Eigentum beschädigen – und genau dafür soll der Versicherungsschutz haften. Ohne Schutz müssten Betroffene im Fall eines selbst verschuldeten Unfalls möglicherweise mit hohen Kosten konfrontiert werden.

Nachweispflicht: Was heißt das konkret?

Die Pflicht umfasst nicht nur den Abschluss einer Haftpflichtversicherung, sondern auch das Mitführen eines Nachweises(„Versicherungsnachweis“) beim Skifahren. Dieser Nachweis kann eine separate Bestätigung des Versicherers sein – idealerweise auf Deutsch, Englisch oder Italienisch.

Wird dieser Nachweis bei einer Kontrolle nicht vorgelegt – etwa an der Liftkasse oder auf der Piste –, droht ein Bußgeld von bis zu 150 Euro und der Entzug des Skipasses.

Manche Versicherer bieten für solche Fälle eine Tages- oder Wochenpolice an – besonders praktisch, wenn Ihre reguläre Privathaftpflicht keinen Wintersport einschließt.

Was deckt eine Haftpflicht beim Skifahren ab — und was nicht?

Die Haftpflichtversicherung übernimmt im Schadensfall Ansprüche Dritter: etwa beim Zusammenprall mit anderen Skifahrern oder bei Beschädigung fremden Eigentums. Sie deckt sowohl Sachschäden als auch Personen- oder Vermögensschäden ab.

Wichtig: Die Haftpflicht schützt nicht die eigenen Verletzungen. Eine private Unfallversicherung oder Auslandskrankenversicherung bleibt aus diesem Grund dringend empfehlenswert — insbesondere weil Bergung, Behandlung oder Rücktransport im Ausland teuer werden können.

Wie können Sie sich richtig vorbereiten?

  • Prüfen Sie, ob Ihre bestehende Privathaftpflicht Wintersport abdeckt — und lassen Sie sich rechtzeitig eine Versicherungsbestätigung ausstellen, idealerweise mit Zusatz Wintersport und mit Angabe aller mitversicherten Personen.
  • Speichern Sie die Bestätigung am besten digital (PDF oder Foto) auf Ihrem Smartphone — der Nachweis muss bei Kontrolle vorgelegt werden.
  • Falls Ihre Police keinen Wintersport umfasst: Sorgen Sie rechtzeitig für eine Tages-, Wochen- oder Saisonversicherung speziell für das Skifahren.
  • Eine Forderungsausfalldeckung in der privaten Haftpflichtversicherung ist ein Zusatzbaustein, der Sie schützt, wenn Sie selbst geschädigt werden – und zwar durch eine andere Person, die eigentlich haftpflichtig wäre, aber keinen eigenen Haftpflichtschutz hat und den Schaden nicht aus eigener Tasche bezahlen kann.
  • Denken Sie zusätzlich an eine Auslandskranken- und Unfallversicherung — denn Haftpflicht ersetzt nicht eigene Schäden.

Fazit

Wenn Sie demnächst in Italien auf die Piste gehen: Nehmen Sie den Versicherungsnachweis mit — es ist Pflicht. Ohne Risiko und bürokratische Überraschungen lässt sich der Schnee viel besser genießen. Melden Sie sich bei uns, wenn Sie Unterstützung beim passenden Versicherungsschutz möchten — wir helfen Ihnen gerne bei der Prüfung Ihrer bestehenden Police und ggf. dem Abschluss einer sinnvollen Wintersportabsicherung.

Gönnen Sie sich Sicherheit — bevor Sie sich den Helm aufsetzen und die Skier anschnallen.

Vorheriger Artikel2026: Das ändert sich für Immobilienbesitzer und Bauherren
Nächster ArtikelVermögensstrategie der Babyboomer: „Weg von Kaufen, Halten und alles wird gut“
Michael Heinrich
Michael Heinrich kombiniert eine fundierte akademische Ausbildung mit über 30 Jahren Erfahrung in der Versicherungsbranche. Nach seinem Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg begann er seine Karriere bei der Gerling-Versicherung, wo er sich auf die Betreuung von Firmenkunden spezialisierte. Seit 2008 ist er bei der AssCurat Versicherungsmakler AG tätig. Hier berät er Unternehmen, insbesondere kleine und mittelständische Betriebe (KMU), in Versicherungsfragen. Seit 2012 leitet er das Unternehmen als Geschäftsführer, ab 2016 als Vorstandsvorsitzender. Mit seiner umfassenden Expertise und strategischen Denkweise setzt er auf maßgeschneiderte Lösungen für seine Kunden.