(KI-generiert)

Es gibt eine Institution, deren Anlageergebnisse seit Jahrzehnten als Maßstab gelten – und die die meisten Anleger nicht auf dem Radar haben: das Stiftungsvermögen der Yale-Universität.

Unter David Swensen, der das Portfolio von 1985 bis zu seinem Tod 2021 verwaltete, wuchs das sogenannte Endowment von gut einer Milliarde auf zeitweise über 40 Milliarden Dollar. Und das nicht durch eine besonders kluge Aktienauswahl, sondern durch eine radikale Neuordnung der Portfoliostruktur.

Das Endowment-Modell: Weniger Börse, mehr reale Werte

Swensens zentraler Gedanke war einfach: Wer langfristig anlegt – und eine Stiftung tut das per definitionem –, muss sich nicht auf liquide Märkte beschränken. Er kann Illiquidität als Vorteil nutzen. Wenn das Kapital über viele Jahre gebunden bleibt, lässt sich eine Prämie vereinnahmen, die kurzfristig orientierte Anleger nicht bekommen.

Das Ergebnis: Yale hielt über lange Zeiträume rund 30 bis 35 Prozent seines Portfolios in Private Equity, weitere erhebliche Teile in Infrastruktur, Rohstoffe und Private Immobilien. Klassische börsennotierte Aktien machten nur einen kleinen Teil aus – entgegen dem, was die meisten Privatanleger für selbstverständlich halten.

Und das Modell hat funktioniert. Auf Zehnjahressicht lagen die Renditen des Yale-Endowments regelmäßig deutlich über dem Niveau klassischer 60/40-Portfolios.

Was Pensionsfonds damit zu tun haben

Yale ist kein Einzelfall. US-amerikanische Pensionskassen – jene Fonds, die die Altersvorsorge von Lehrern, Polizisten und Staatsbediensteten sichern – sind nach einer Analyse über mehrere Jahre mit Private-Equity-Anteilen auf Zehnjahressicht auf Medianrenditen von über 13 Prozent gekommen. Sie finanzieren damit buchstäblich die Renten von Millionen Menschen.

Institutionelle Investoren haben diesen Weg seit den 1990er-Jahren konsequent beschritten. Family Offices – die diskreten Vermögensverwalter für Unternehmerfamilien mit großen Vermögen – haben laut dem UBS Global Family Office Report 2025 inzwischen rund 42 Prozent ihres Kapitals in alternativen Anlagen, darunter Private Equity, Private Credit, Infrastruktur und private Immobilien.

Was das bedeutet – und was nicht

Daraus lässt sich eine verführerische, aber falsche Schlussfolgerung ziehen: dass jeder Anleger einfach das Gleiche tun sollte. Das stimmt nicht.

Wer ein Yale-Endowment verwaltet, verfügt über spezialisierte Teams, exklusive Zugänge zu den besten Fonds weltweit und einen Anlagehorizont, der echte Illiquidität problemlos trägt. Das lässt sich nicht einfach auf ein Privatvermögen von 500.000 Euro übertragen.

Was sich aber ableiten lässt: Der Grundgedanke ist übertragbar. Wer langfristig investiert, ein ausreichend großes Vermögen hat und die Bindung eines Teils davon über mehrere Jahre akzeptieren kann, bekommt Zugang zu einer Renditequelle, die in klassischen Portfolios schlicht fehlt.

Ab wann macht das Sinn?

Eine Mindestanlage von 10.000 Euro in einem Private-Markets-Fonds klingt verlockend. Aber ein Portfolio, das zu 10 Prozent in illiquide Anlagen investiert ist, benötigt eine Gesamtgröße, die diese Bindung verträgt. Wer 100.000 Euro Gesamtvermögen hat und 10.000 davon für fünf bis sieben Jahre bindet, hat kaum Spielraum für Unvorhergesehenes.

Die nüchterne Einschätzung: Ab etwa 300.000 bis 500.000 Euro investierbarem Vermögen beginnt die Frage nach Private Markets sinnvoll zu werden – und erst dann, wenn die übrigen Teile des Portfolios solide aufgestellt sind.

Es geht nicht darum, es den Superreichen gleichzutun. Es geht darum, aus einem Prinzip, das funktioniert, das herauszuholen, was für die eigene Situation passt.

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Frank Seidel
Frank Seidel ist Bankkaufmann und Finanzökonom (EBS) mit einer beeindruckenden akademischen und beruflichen Laufbahn. Nach seiner Ausbildung absolvierte er einige vertiefende Weiterbildungen an der renommierten Finanzakademie der European Business School gemeinsam mit der Deutschen Börse Gruppe, unter anderem als Investment Consultant, Quantitative Investment Analyst und Qualified Portfolio Manager. Mit seiner fundierten Expertise und seiner Leidenschaft für innovative Ansätze hat er u.a. die amandea Vermögensverwaltung AG sowie die fps financial planning services GmbH gegründet, deren Vorstand bzw. Geschäftsführer er ist. Sein beruflicher Schwerpunkt liegt auf der Betreuung vermögender Privatkunden und der Begleitung von Menschen, die sich in persönlichen und finanziellen Veränderungsphasen befinden. Durch seine systematische Arbeitsweise schafft er es, individuelle Lösungen zu entwickeln, die sowohl nachhaltig als auch zukunftsorientiert sind. Neben seiner beruflichen Erfüllung ist Frank Seidel stolz auf seine Familie und seine beiden Kinder, die ihm mindestens genauso wichtig sind wie die Meilensteine in seiner Karriere.