Sanieren, Bauen und Wohnen 2026: Der Gesetzgeber hat an zahlreichen Stellschrauben gedreht. In der folgenden Zusammenfassung erfahren Sie alles Wissenswerte über die aktuelle Förderpolitik, steigende Energiepreise und die neuen Pflichten beim Klimaschutz. amandea I today zeigt eine Auswahl
- COMEBACK DER ZUSCHÜSSE FÜR BARRIEREFREIHEIT
Nach einer einjährigen Pause reaktiviert die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz das Förderprogramm für altersgerechtes Wohnen. Über den bekannten Investitionszuschuss (455-B) stehen im Jahr 2026 wieder Mittel für Maßnahmen wie Rampen oder den Einbau ebenerdiger Duschen zur Verfügung. Das Budget umfasst etwa 50 Millionen Euro. Fachleute mahnen jedoch zur Eile bei der Antragstellung, da die Summe angesichts des hohen Bedarfs schnell ausgeschöpft sein könnte.
- KÜRZUNGEN BEI DER ENERGETISCHEN SANIERUNG
Im Bereich der Gebäudeeffizienz (BEG) müssen sich Immobilieneigentümer auf geringere Fördersummen einstellen. Das Gesamtbudget sinkt 2026 auf knapp 12 Milliarden Euro. Während Komplettsanierungen weniger Unterstützung erfahren, liegt der Fokus künftig verstärkt auf punktuellen Verbesserungen wie dem Fenstertausch oder neuen Dämmungen. Details zum Nachfolger des Heizungsgesetzes – nun offiziell „Gebäudemodernisierungsgesetz“ genannt – werden für Februar erwartet.
- FINANZIELLE STÜTZE FÜR FAMILIEN UND NEUBAUTEN
Junge Familien profitieren weiterhin von attraktiven Konditionen beim Kauf von Bestandsimmobilien („Jung kauft Alt“) sowie beim Programm „Wohneigentum für Familien“. Die Zinsen wurden hier spürbar gesenkt, sofern das Objekt zum „Effizienzhaus 85 EE“ saniert wird. Auch für hocheffiziente Neubauprojekte (Standard EH55) gibt es weiterhin zinsvergünstigte Kredite über die KfW.
- ENTLASTUNG BEI DEN STROM- UND GASKOSTEN
Um die privaten Budgets zu schonen, investiert der Bund Milliarden aus dem Klima- und Transformationsfonds in die Senkung der Netzentgelte. Für einen durchschnittlichen Haushalt kann dies eine Ersparnis von rund 100 Euro jährlich bedeuten. Zusätzlich entfällt 2026 die Gasspeicherumlage komplett. Doch Vorsicht: Da gleichzeitig die regionalen Netzentgelte für Gas vielerorts steigen, könnte der Spareffekt am Ende geringer ausfallen als erhofft.
- TEURERE HEIZKOSTEN DURCH CO2-AUFSCHLAG
Wer mit Öl oder Gas heizt, muss tiefer in die Tasche greifen. Der CO₂-Preis steigt weiter an, was laut Schätzungen von Verbraucherschützern spürbare Aufschläge pro Kilowattstunde Gas bzw. pro Liter Heizöl nach sich zieht. Mieter und Eigentümer sollten diese Mehrbelastung bei ihrer Nebenkostenplanung berücksichtigen.
- PHOTOVOLTAIK: STEUERVORTEILE BLEIBEN, VERGÜTUNG WACKELT
Gute Nachrichten für Solar-Interessenten: Die Mehrwertsteuerbefreiung (Nullsteuersatz) für Anlagen bis 30 kWp bleibt auch 2026 bestehen. Auch die Einnahmen aus dem verkauften Strom sind für Hausbesitzer weiterhin umsatzsteuerfrei. Allerdings steht die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen vor dem Aus; eine Reform des EEG bis Ende 2026 könnte hier neue Regeln bringen. Bestehende Anlagen genießen jedoch Bestandsschutz für 20 Jahre.
- NEUE SOLAR-PFLICHTEN BEI DACHSANIERUNGEN
In Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen greifen 2026 strengere Regeln: Wer sein Dach komplett erneuert, muss künftig zwingend eine Photovoltaik-Anlage (auf mindestens 30 % der Fläche) oder Solarthermie installieren. Diese Pflicht gilt nun zunehmend auch für Bestandsgebäude, nicht mehr nur für Neubauten.
- ENERGY-SHARING: STROM AN NACHBARN VERKAUFEN
Ab Mitte 2026 wird die gemeinsame Nutzung von Solarstrom in Nachbarschaften oder Wohnungseigentümergemeinschaften deutlich vereinfacht. Durch das sogenannte „Energy-Sharing“ kann überschüssige Energie direkt vor Ort vermarktet werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist lediglich der Einbau eines intelligenten Stromzählers (Smart Meter).
- BESCHLEUNIGUNG DURCH „BAU-TURBO“ UND GEBÄUDETYP E
Um den Wohnungsbau anzukurbeln, erhalten Kommunen erweiterte Freiheiten: Unter bestimmten Bedingungen können Bauprojekte nun innerhalb von nur drei Monaten genehmigt werden, selbst wenn kein fertiger Bebauungsplan vorliegt. Zudem wird mit dem „Gebäudetyp E“ ein neuer Standard geschaffen, der durch den Verzicht auf teure Komfort-Normen kostengünstigeres Bauen ermöglichen soll. Ein entsprechendes Gesetz wird bis Ende 2026 finalisiert.









